Polen-Ort in Berlin  Deutschsprachiges Medienecho Polnischsprachiges Medienecho

         Impulse. Gespräche zur dt.-poln. Erinnerungskutur

Online-Diskussion: Das ausgestellte Polen: Erfahrungen und Projekte in Deutschland am 28.6.

Grafik: Das ausgestellte Polen: Erfahrungen und Projekte in Deutschland

in der Reihe Impulse: Gespräche zur deutsch-polnischen Erinnerungskultur

mit
Adam Kerpel-Fronius, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin
Prof. Dr. Peter Oliver Loew, Deutsches Polen-Institut, Darmstadt
Dr. Thorsten Smidt,  Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn

Polen spielt in den historischen Vorstellungswelten der deutschen Gesellschaft nach wie vor eine viel zu geringe Rolle. Dies spiegelt sich auch in den historischen Ausstellungen der Bundesrepublik Deutschland wider. Wie lässt sich die Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen besser in die deutsche Museumslandschaft integrieren? Wie sieht überhaupt eine zeitgemäße historische Ausstellung aus? Und wie wird sich die Berliner Gedenklandschaft entwickeln, wenn sowohl ein „Dokumentationszentrum Deutsche Besatzungsherrschaft und Zweiter Weltkrieg“ als auch ein „Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“ entstehen?

Hierüber diskutiert DPI-Direktor Prof. Dr. Peter Oliver Loew mit zwei ausgewiesenen Fachleuten: Adam Kerpel-Fronius ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Leiter des Gedenkstättenportals der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin. Sie betreut zahlreiche Gedenkorte mit verbundenen historischen Ausstellungen. Und Dr. Thorsten Smidt ist Ausstellungsdirektor der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und arbeitet derzeit an der neuen Dauerausstellung. Seine besondere Liebe gilt Polen.

Tagung: Rund um den “Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen” am 7. Juni 2022

Panelist:innen auf dem Podium: von links Dr. Alex Drecoll, Dr. Raphael Utz, Prof

Foto: Michał Żak

Am 7. Juni 2022 kamen Expert:innen, Bildungspraktiker:innen und andere Interessierte bei der Tagung in der Europäischen Akademie Berlin zusammen, um über den künftigen “Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen” und seine Ausgestaltung vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftspolitischen Situation, insbesondere des Krieges in der Ukraine, zu diskutieren.

Fishbowl-Debatte

Die im Rahmen der Veranstaltung organisierte Debatte fand unter dem Titel “Wie viel Europa und wie viel Polen braucht die deutsche Erinnerungskultur?“ statt. An der Diskussion nahmen allen voran Dr. Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Leiter der Gedenkstätte KZ Sachsenhausen, Dr. Annemarie Franke, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa sowie beim Europäischen Netzwerk Erinnerung und Solidarität, Dr. Raphael Utz, Leiter der Stabsstelle Dokumentationszentrum “Zweiter Weltkrieg und deutsche Besatzungsherrschaft in Europa” (ZWBE), Deutsches Historisches Museum sowie Prof. Dr. Peter Oliver Loew, Direktor des DPI, teil. Das Fishbowl-Format ermöglichte einen offenen und spannenden Austausch, an der sich Vertreter:innen der deutsch-polnischen Zivilgesellschaftt, andere Expert:innen sowie weitere Interessiert:innen beteiligen konnten.

Der „Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“ wurde auch im Kontext des entstehenden künftigen Dokumentationszentrums „Zweiter Weltkrieg und deutsche Besatzungsherrschaft in Europa" (ZWBE) diskutiert. Die Panelist:innen waren sich einig, dass sowohl die polnische als auch die europäische Perspektive mehr in die deutsche Erinnerungskultur einbezogen werden muss. Da das Interesse an der NS-Zeit tendenziell zunimmt, stelle sich die Frage, wie die Institutionen die Besucher:innen ansprechen und informieren, ohne dass eine Opferkonkurrenz entsteht oder ein einseitiges Bild der Besatzungsherrschaft gezeichnet wird. Vor allem sollen die geplanten Erinnerungsorte über die Nachbarländer themenbezogen informieren und mit diesen in den Dialog treten. Der „Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“ und das ZWBE sollen nicht als gegeneinander oder mit den existierenden Gedenkstätten konkurrierende Akteure der Erinnerungslandschaft betrachtet werden, sondern vielmehr als ein sich gegenseitig förderndes Netzwerk. Die Gedenkorte unterscheiden sich nämlich von Gedenkstätten dadurch, dass sie keine authentischen historischen Orte betreuen, betonte Dr. Raphael Utz. Der „Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“ soll vor allem ein Ort der Begegnung und des Dialogs werden, plädierte Prof. Dr. Peter Oliver Loew.

Workshops

Im Workshop-Teil der Veranstaltung tauschten sich die Anwesenden in schöner Brainstorming-Atmosphäre zu aktuellen Fragen der Erinnerungskultur sowie der historisch-politischen Bildung aus. Die von Dr. Weronika Priesmeyer-Tkocz, stv.  Direktorin der Europäischen Akademie Berlin, moderierte Gruppe, beschäftigte sich mit der Frage: Was folgt aus dem Krieg in Europa für unsere (Bildungs-)Arbeit? Ein weiterer Workshop, moderiert von der Koordinatorin des Projekts „Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“ beim DPI, Emilie Mansfeld, befasste sich mit guten Praktiken historisch-politischer Bildungsarbeit in Form eines Erfahrungsaustauschs unter den teilnehmenden Praktiker:innen. Der dritte Workshop befasste sich mit der Rolle von Gedenkorten für die deutsch-polnische Erinnerungskultur. Ihn moderierte Dr. Annemarie Franke vom Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa und Europäischen Netzwerk Erinnerung und Solidarität.

Mitzunehmen wird sicher der Anspruch, dass der künftige Ort zu einem Knotenpunkt wird für Akteure und Orte, die an die Opfer Polens im Zweiten Weltkrieg erinnern. Multiperspektivität, die sowohl deutsche als auch polnische Sichtweisen miteinbezieht, sei von zentraler Bedeutung für die Gestaltung des künftigen Ortes. Des Weiteren soll der Ort nicht nur die deutsch-polnische Community, sondern auch ein internationales Publikum ansprechen.

Hier finden Sie das vollständige Programm.

Bildergalerie

Online-Diskussion am Mi., 4.5., ab 14 Uhr

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Im September vergangenen Jahres wurde das Konzept für einen „Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“ veröffentlicht, das einen der beiden erinnerungskulturellen Beschlüsse des Deutschen Bundestags zum Zweiten Weltkrieg vom Oktober 2020 umsetzt. Darin stellt „Bildung und Begegnung“ neben „Erinnern und Gedenken“ einen wichtigen inhaltlichen Pfeiler des Projektes dar. Dabei soll nicht nur Wissen vermittelt werden, sondern es geht auch um die „Lehren aus der Geschichte“ für eine gutnachbarschaftliche Zukunft in Europa.

Vor welchen Herausforderungen steht aber die geschichtspolitische Bildung heute, wo der Frieden in Europa erneut angegriffen wird? Wie sieht ihre moderne Ausgestaltung aus? Welche  gelungenen pädagogischen Praxisbeispiele existieren in der deutsch-polnischen erinnerungskulturellen Landschaft? Welche Ansätze sollte der entstehende „Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“ aufgreifen?

Diese und weitere Fragen möchten wir mit unseren Gästen sowie mit Ihnen bei der zweiten Veranstaltung aus unserer Reihe „Impulse. Gespräche zur deutsch-polnischen Erinnerungskultur“ diskutieren.

Es diskutieren:

  • Agnieszka Kudełka, Koordinatorin von Bildungsprojekten bei Fundacja Ośrodka KARTA in Warschau
  • Jan Krebs, Leitung von Lernort 7xjung bei Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V. in Berlin

Moderation:
Emilie Mansfeld, Projektkoordinatorin „Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“, Deutsches Polen-Institut

Online-Diskussion am Mo., 28.3., ab 18 Uhr

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Aufzeichnung der Diskussion

Wo stehen wir dieser Tage in Deutschland in der erinnerungskulturellen Aufarbeitung des Zweiten Weltkriegs? Wie starr oder wie flexibel ist das kollektive Erinnern hierzulande? Wie sehr muss es z. B. vor dem Hintergrund des Überfalls von Russland auf die Ukraine neu diskutiert werden? Sind Brücken zwischen den beiden wichtigen erinnerungskulturellen Projekten – dem „Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“ und dem Dokumentationszentrum zur deutschen Besatzungsherrschaft in Europa – möglich oder notwendig?

Diese und weitere Fragen möchten wir mit unseren Gästen sowie mit Ihnen diskutieren. Das Gespräch ist der Auftakt der neuen DPI-Diskussionsreihe „Impulse. Gespräche zur deutsch-polnischen Erinnerungskultur“. Für die Diskussion haben wir die Kulturwissenschaftlerin und Erinnerungstheoretikerin  Prof. Dr. Aleida Assmann  sowie den Osteuropa-Historiker  Prof. Dr. Martin Aust  gewinnen können. Durch die Veranstaltung führt der Direktor des Deutsches Polen-Instituts,  Prof. Dr.   Peter Oliver Loew.

HINTERGRUND:

Im September vergangenen Jahres wurde noch von der alten Bundesregierung das Konzept für einen „Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“ veröffentlicht, das einen der beiden wichtigen erinnerungskulturellen Beschlüsse des Deutschen Bundestags zum Zweiten Weltkrieg aus dem Oktober 2020 aufgreift. Die Veröffentlichung eines Konzepts für das Dokumentationszentrum für die deutsche Besatzungsherrschaft in Europa steht bisher noch aus. Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung befand beide Projekte als gleichermaßen unterstützenswert. Mit beiden Projekten wird sich wohl auch der Deutsche Bundestag wieder befassen.

Aufruf der Kopernikus-Gruppe zum 100. Geburststag von Władysław Bartoszewski

 Am 19. Februar 2022 wäre Władysław Bartoszewski 100 Jahre alt geworden. Die Kopernikus-Gruppe verbindet ihren Aufruf gegen den Fatalismus der Gleichgültigkeit mit dem Gedenken an den mutigen Akteur der deutsch-polnischen Beziehungen.  

Aufruf der deutsch-polnischen Kopernikus-Gruppe gegen den Fatalismus der Gleichgültigkeit 

Apel polsko-niemieckiej Grupy Kopernika przeciwko fatalizmowi obojętności

Online-Veranstaltung „Wie weiter? Der ‚Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen‘ in der Diskussion“ vom 23.11.2021

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 Am 23. November veranstaltete das Deutsche Polen-Institut eine Online-Diskussion zum „Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“. Über 90 Interessierte nahmen an dem Austausch über die Inhalte und die Zukunft des Projekts teil. Das Gespräch moderierte Dr. Weronika Priesmeyer-Tkocz, stellvertretende Direktorin der Europäischen Akademie Berlin. Eingeladene Gäste waren Dr. habil. Karolina Wigura von der Universität Warschau, Dietmar Nietan MdB, Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband e.V., Emilie Mansfeld, Projektkoordinatorin des „Ortes des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“ und Prof. Dr. Peter Oliver Loew, Direktor des Deutschen Polen-Instituts. Kerninhalte der Diskussion waren die im Konzept genannten Elemente des zukünftigen Ortes – Gedenken,  Dokumentation, Bildung und Begegnung – sowie die Frage, wie es konkret mit dem Projekt weitergehe.

Eine lebhafte Diskussion entwickelte sich in der Frage über die konkrete inhaltliche Ausgestaltung des Projekts und vor allem, wie eine Ausstellung über die Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen auszusehen habe. Hier wurde betont, dass nicht nur die Grausamkeiten des Krieges, sondern auch die guten Seiten der deutsch-polnischen Beziehungen thematisiert werden sollen. Groß geschrieben wurde auch der Bildungsauftrag, wobei das Hauptaugenmerk auf der jüngeren Generation liegen müsse, etwa durch die „Fliegende Akademie“, welche unter der Schirmherrschaft des Ortes in ganz Deutschland und mit verschiedenen Partnern agieren könnte. Der Ort könne ebenfalls ein hervorragendes Instrument sein, um vielschichtigen Dialog zu ermöglichen und nicht nur vergangene, sondern auch aktuelle sowie zukünftige Themen der deutsch-polnischen Beziehungen zu diskutieren. Zudem kam das Thema einer Kontextualisierung des „Ortes des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“ mit dem größeren Projekt eines Dokumentationszentrums für alle Opfer der NS-Herrschaft auf, wobei Einigkeit darüber bestand, dass der Ort seine Eigenständigkeit behalten sollte.

Es liege nun am neuen Bundestag, wie und wo der „Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“ entstehen solle und welche Finanzierung damit verbunden sein werde. Eine baldige Entscheidung des Bundestages über die Zukunft des Projekts wäre angestrebt.

Wie weiter? Der „Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“ in der Diskussion

Nachdem der Bundestag 2020 einen „Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“ beschlossen hatte, konnte das von einer eingesetzten Expertenkommission erstellte Konzept im September 2021 von Bundesaußenminister Heiko Maas öffentlich vorgestellt werden. Nun soll das partizipative Zoom-Meeting allen Interessierten die Gelegenheit bieten, sich mit Fachleuten und untereinander dazu auszutauschen.

Welche Kernelemente beinhaltet das Konzept? Wie kommt es bei Ihnen – vor Ihrem persönlichen Erfahrungshorizont – an? Welche Chancen bietet das Projekt, auch im Sinne der Vernetzung? Und wie könnte es weitergehen mit dem „Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“ in der kommenden Zeit?

Welche weiterführenden Fragen sind für Sie besonders interessant? Gerne nehmen wir Fragen und Anregungen über jankowska@dpi-da.de auch vorab entgegen.

Das Deutsche Polen-Institut lädt Sie alle herzlich zum partizipativen Zoom-Meeting auf Deutsch und auf Polnisch ein und bittet um Voranmeldung über dieses Anmeldeformular. Unmittelbar danach erhalten Sie eine Anmeldebestätigung mit einem Teilnahmelink zugesendet.

 Einladung als Pdf-Datei Deutsch /  Zaproszenie jako dokument pdf po polsku

Mit freundlicher Förderung durch das Auswärtige Amt und die ZEIT-Stiftung Ebelin   und Gerd Bucerius

Das Konzept für den Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen

Am 15.09.2021 stellte der Bundesaußenminister, Heiko Maas das Konzept für den Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen. Das Konzept für den künftigen Ort wurde von einer Expertenkommission in enger Mitarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut erstellt.

Das vollständige Konzept können Sie hier auf Deutsch und Polnisch herunterladen.

KONZEPT “ORT DES ERINNERNS UND DER BEGEGNUNG MIT POLEN”

KONCEPCJA “MIEJSCE PAMIĘCI I SPOTKAŃ Z POLSKĄ”

Die Aufzeichnung der Präsentation des Konzepts auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/CZIMR-WurEM

Kurzfilm zum Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen: https://youtu.be/Tn6nhWU8XP8

Präsentation des Konzepts durch den Bundesminister des Auswärtigen

Nach dem Bundestagsbeschluss vom letzten Jahr, in Berlin einen Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen zu errichten, hat die vom Auswärtigen Amt eingesetzte Expertenkommission in enger Mitarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut ein Konzept für diesen Ort erstellt. Am 15.09.2021  wird der Bundesminister des Auswärtigen, Heiko Maas, das Konzept vorgestellen.

Einladung zur Präsentation des Konzepts:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

am Mittwoch, dem 15.09.2021 von 12:45 Uhr – 14:00 Uhr stellt der Bundesministers des Auswärtigen, Heiko Maas, die Ergebnisse und Empfehlungen der Expertenkommission zum Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen vor. Sie sind herzlich eingeladen, diese Vorstellung im Livestream unter  www.diplo.de/livestream zu verfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

Rolf Nikel

Botschafter"

Podiumsdiskussion "Auf dem Weg zum Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen"

Am 1.9.2021 fand anlässlich des 82. Jahrestages des deutschen Überfalls auf Polen eine Podiumsdiskussion zum Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen statt. In zwei thematischen Panels diskutierten wir mit Fachleuten der bilateralen und erinnerungskulturellen Zusammenarbeit über die im Bundestagsbeschluss herausgehobenen Themenbereiche  des künftigen Ortes    - „Erinnern und Gedenken“ sowie „Bildung und Begegnung“.

Hier finden Sie die Aufzeichnung der Diskussion.

Eindrücke von der Veranstaltung in der Bildergalerie

Online-Kamingespräch für zivilgesellschaftliche Aktuer:innen zum "Erinnerungs- und Begegnungsort Polen" des Auswärtigen Amtes

Zum  1. Juli hatte das Auswärtige Amt zu einem „Online-Kamingespräch“ für Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft eingeladen, bei dem ein offener Meinungsaustausch rund um die inhaltliche Ausgestaltung des neuen Erinnerungs- und Begegnungsortes Polen im Mittelpunkt stand. Die Veranstaltung erfreute sich mit über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem In- und Ausland großer Aufmerksamkeit und fand in einer konstruktiven Atmosphäre statt.  Im Sinne der Fortsetzung des Dialogs mit der Zivilgesellschaft sollen  weitere ähnliche Gespräche  folgen.

Einladung zum "Online-Kamingespräch" zum Erinnerungs- und Begegnungsortes Polen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir wenden uns heute an Sie, um Sie und weitere Interessierte aus Ihren jeweiligen Netzwerken der Zivilgesellschaft einzuladen, im Format eines informellen „Online-Kamingesprächs" den gemeinsamen Gedankenaustausch zur Schaffung eines lebendigen Erinnerungs- und Begegnungsortes für die Opfer Polens im Zweiten Weltkrieg in Berlin zu führen.

Wie Sie wahrscheinlich bereits wissen, erarbeitet das Auswärtige Amt derzeit gemeinsam mit dem Deutschen Polen-Institut und anderen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft ein Konzept für die Errichtung eines solchen Ortes im Zentrum Berlins, um den fraktionsübergreifenden Beschluss des Deutschen Bundestages vom 30. Oktober 2020 umzusetzen, der den Opfern Polens im Zweiten Weltkrieg und der nationalsozialistischen Besatzung Polens gewidmet und ein Ort der Begegnung und Auseinandersetzung mit der gemeinsamen Geschichte sein soll.

Gemäß dem genannten Beschluss des Deutschen Bundestages sollen diesem Ort wesentliche Elemente innewohnen wie symbolisches Erinnern und Bildung und Begegnung. Neben der intellektuellen Vergegenwärtigung der deutschen Verbrechen soll eine Verbeugung vor den Opfern Polens vollzogen werden – sei es durch öffentliches oder privates Gedenken.
Wir sind überzeugt davon, dass dieses Projekt wie bereits früher maßgeblich von einer möglichst breiten Beteiligung fachkundiger und interessierter Stimmen aus der Gesellschaft profitieren kann und sollte. Daher haben wir von Anbeginn an einen Zyklus informeller Konsultationen zu den oben beschriebenen Elementen ins Leben gerufen, welcher mit der vorliegenden Einladung nunmehr in Form eines informellen „Kamingesprächs" seine Fortsetzung findet.

Fragen, die wir gemeinsam diskutieren könnten, wären aus hiesiger Sicht beispielsweise:

  • Welche Ideen und Vorstellungen haben Sie, sich in das Programm eines solchen Erinnerungs- und Begegnungsortes mit Ihrer Organisation einzubringen?
  • Welche Aspekte sollte das Programm eines solchen Ortes Ihrer Meinung nach berücksichtigen?
  • Wie stellen Sie sich die aktive Einbeziehung der jungen Generation(en) vor? Welche Mittel und Wege sind in dieser Hinsicht vielversprechend?
  • et al.

Vor dem Hintergrund dieser Zielsetzung möchten wir Sie zu dem virtuellen „Kamingespräch"
am Donnerstag, den 01. Juli 2021, um 18:30 Uhr einladen.

Wir blicken einer angeregten Diskussion an diesem Kaminabend mit Ihnen entgegen!

Mit freundlichen Grüßen
Rolf Nikel
Botschafter, Vorsitzender der Expertenkommission

Online-Diskussion: Aktuelle Herausforderungen in der deutschen und polnischen Gedenkkultur

Erinnerungsorte, Denkmäler und Museen sind ein natürlicher Bestandteil unserer Umgebung und ein wichtiges Instrument zur Gestaltung der kollektiven Erinnerung. In der zweiten Hälfte des 20. Jh. und dem Beginn des 21. Jh. konnte man sich verändernde Gedenksansätze, neue Strategien des repräsentativen Gedenkens und zugehörige Debatten beobachten. Inwiefern sind jedoch Erinnerungskulturen und Gedenkpraktiken national geprägt und ist ein gemeinsames deutsch-polnisches Erinnern möglich?

Die erste Veranstaltung aus der Reihe  "Erinnerungspraktiken. Deutsch-polnische Gedenkdebatten" findet am 8. Juni 2021 um 18 Uhr statt

Hier finden Sie die Aufzeichnung der Diksussion.

Expertenkommission im Auswärtigen Amt

Zur Umsetzung des Bundestagsbeschlusses zum Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen wurde im Auswärtigen Amt unter dem Vorsitz von Botschafter Rolf Nikel eine Kommission aus deutschen und polnischen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft eingesetzt, die am 10. Februar 2021 erstmals tagte. Die Sitzung wurde vom Bundesminister des Auswärtigen, Heiko Maas, eröffnet. Für das Deutsche Polen-Institut ist der Direktor, Prof. Dr. Peter Oliver Loew, in die Kommission berufen worden. Mehrere Sitzungen sollen bis zum Sommer folgen, am Ende soll ein Konzept für die Umsetzung des Bundestagsbeschlusses stehen.

Hier  finden Sie die zugehörige offizielle Pressemitteilung des Auswärtigen Amtes mit einer zugehörigen Erklärung des Außenministers. Heiko Maas meinte zur künftigen Ausgestaltung des neuen Polen-Ortes in Berlin: "Dieser Ort des Erinnerns und der Begegnung muss historisch und zukunftsgewandt zugleich sein, deutsch-polnisch und europäisch."

Bundestagsbeschluss "Ort des Erinnerns und der Begegnung"

Hier finden Sie den am 30.10.2020 angenommenen Antrag "Mit einem Ort des Erinnerns und der Begegnung dem Charakter der deutsch-polnischen Geschichte gerecht werden und zur Vertiefung der besonderen bilateralen Beziehungen beitragen".   Neben den antragsstellenden Fraktionen nahm auch "DIE LINKE"-Fraktion den Antrag an, die AfD enthielt sich. 

Die zugehörige Pressemitteilung des DPI auf Deutsch finden Sie hier, die Version auf Polnisch hier. 

Hier finden Sie die Bundestagsdebatte zum Nachsehen.